10. Mai 2026
Zwischen Familienunternehmen, Handwerk und Braukunst – JU Wachtberg auf Westerwald-Tagung unterwegs
Ein Wochenende voller spannender Gespräche, interessanter Einblicke und jeder Menge Mittelstand: Mit 17 Teilnehmern machte sich die Junge Union Wachtberg auf den Weg in den Westerwald, um sich im Rahmen ihrer diesjährigen Wochenendtagung mit dem Thema „Zukunft des deutschen Mittelstands“ auseinanderzusetzen. Nach unserer erfolgreichen Moseltagung vor zwei Jahren war schnell klar: Auch diesmal sollte es wieder ein Format werden, das inhaltlichen Austausch, praktische Einblicke und gemeinschaftliche Erlebnisse verbindet – und genau das ist gelungen.
Los ging es am Samstagmorgen mit einem gemeinsamen Frühstück im Ließemer Treff „Zum Pavillon“, bevor die Reise in Richtung Westerwald startete. Kurzfristig musste zwar das Programm etwas umgestellt werden, doch im Nachhinein erwies sich das sogar als echter Glücksfall. Erster Stopp war die Birkenhof Manufaktur, wo uns Vertriebsleiter Karl-Heinz Giehl herzlich empfing und durch die Produktionsbereiche des traditionsreichen Familienunternehmens führte. Zwischen Produktionsanlagen, Reifekeller und Verkostungsraum erhielten wir spannende Einblicke in Themen wie Produktentwicklung, Marketing, regionale Verwurzelung und die Frage, wie sich mittelständische Unternehmen erfolgreich gegen große Wettbewerber behaupten können.
Weiter ging es anschließend nach Hachenburg und direkt zum nächsten Highlight der Tagung – der Hachenburger Brauerei. Nach einer ausführlichen Führung durch die Erlebnisbrauerei nahm sich Geschäftsführer Jens Geimer Zeit für einen intensiven Austausch mit unserer Gruppe. Besonders beeindruckend war dabei sein persönlicher Weg: Der Wechsel aus einem sicheren Großkonzern zurück in die Verantwortung eines mittelständischen Familienunternehmens. Im Gespräch wurde deutlich, wie sehr langfristiges Denken, Mitarbeiterzufriedenheit und regionale Identität zum Erfolg eines Unternehmens beitragen können. Dass die Hachenburger bewusst auf „Klasse statt Masse“ setzt und viele Leistungen im eigenen Unternehmen bündelt, stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse. Der Austausch ging anschließend fließend in ein gemeinsames Abendessen über – bei Wäller Kartoffelsuppe und Laugengebäck wurde noch lange weiterdiskutiert.
Den inhaltlichen Abschluss des ersten Tages bildete Sophia Richter von der PAX-Bank eG, die spannende Einblicke in die Themen Finanzierung, Investitionen und Unternehmensentwicklung gab. Anschließend klang der Abend in gemütlicher Runde aus – mit vielen Gesprächen und der Erkenntnis, dass persönliche Erfahrungen aus der Praxis oft mehr vermitteln als jede theoretische Diskussion.
Nach einem gemeinsamen Frühstück startete der Sonntag mit einem Gespräch mit dem Wachtberger Obstlandwirt Albert Schmitz. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen regionaler landwirtschaftlicher Betriebe, steigende Kosten, zunehmende Bürokratie sowie die Zukunftsperspektiven des Bio-Obstbaus. Gerade die Verbindung zwischen wirtschaftlichen Entwicklungen und politischen Rahmenbedingungen sorgte für eine intensive Diskussion.
Den Abschluss der Tagung bildete der Besuch beim Bauunternehmen Hoffmann in Hartenfels. Niklas Hoffmann gewährte unserer Gruppe einen offenen und authentischen Einblick in die Herausforderungen mittelständischer Handwerksbetriebe. Themen wie Materialpreissteigerungen, Personalplanung, Bürokratie und die Auswirkungen kommunalpolitischer Entscheidungen auf konkrete Bauprojekte trafen insbesondere bei unseren kommunalpolitisch aktiven Mitgliedern genau den Nerv und sorgten für einen intensiven Austausch.
Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig: Die Westerwaldtagung war ein voller Erfolg. Die Kombination aus Unternehmensbesuchen, direkten Gesprächen mit Verantwortlichen und einer starken Gruppendynamik hat einmal mehr gezeigt, dass Politik nicht nur in Sitzungsräumen stattfindet – sondern vor allem dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und täglich Entscheidungen treffen.
Die gewonnenen Eindrücke und Impulse werden uns sicherlich noch lange begleiten und sicherlich auch ihren Weg in unsere Arbeit hier in Wachtberg finden.